Der Schulleiter der
WingTsun-Kampfkunstschule Wesel
 Sifu Stefan Tebbe (Schulleiter) 4. TG WingTsun / 12. SG Escrima |
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Interview mit Sifu Stefan Tebbe Wie lange lernst Du schon WingTsun? Ich habe 1991 angefangen. Was ist für dich das besondere am WingTsun? Mich faszinieren die intelligenten und effektiven Bewegungen, mit denen man sich schnell verteidigen kann. Dann natürlich die besondere Bewegungsschule in Zusammenhang mit den WT-Prinzipien und Mottos, die sich nicht nur auf die körperliche Ebene übertragen lassen. Wie meinst Du das? WingTsun besteht aus drei Ebenen. In der körperlichen Ebene geht es darum, seinen Körper vor Angriffen anderer zu schützen. In der zweiten Ebene lernt man, wie man WingTsun - Techniken im Alltag einsetzen kann. In der dritten Ebene geht es um die persönliche Weiterentwicklung, der Arbeit an bzw. gegen sich selbst. Wie genau hilft Dir WingTsun dabei? WingTsun ist aktiv, alles ist im Fluss, ähnlich wie im Leben. Lasse ich diesen Fluss nicht zu, entsteht Stillstand und Rückschritt; bewege ich mich im Kampf nicht, werde ich getroffen, bin ich im Alltag passiv, sind andere mit mir aktiv…. WingTsun lehrt also, aktiv und gegenwärtig zu sein und kann Möglichkeiten aufzeigen, mit Schwierigkeiten anders umzugehen: auf der körperlichen Ebene hält der Gegner meinen Angriff auf, dann versuche ich nicht, dagegenzuhalten, sondern um den Widerstand „herumzufließen“. Dieses Aktivitätsprinzip zusammen mit der Idee, wie man auf Widerstände reagiert, ob man sie also ablehnt und bekämpft oder sie akzeptiert und versucht, sie für sich zu nutzen, lässt sich auf den Alltag übertragen. Wie lange braucht man denn, um sich verteidigen zu können? Das hängt von den individuellen Voraussetzungen ab, die der Schüler mitbringt. Nach einem halben Jahr sollte man sich schon wehren können. Gefahrenmomente können besser eingeschätzt werden, und die Opferhaltung sollte einem selbstsicheren Auftreten gewichen sein. Wo genau liegen die Unterschiede zum Kampfsport? Erst einmal gibt es im WingTsun keine Regeln und somit auch keine Schiedsrichter oder Betreuer, die das Handtuch werfen können… Somit kommt dem Adrenalin eine ganz andere Bedeutung zu. Im WingTsun nutzen wir den Überraschungseffekt, der Gegner kann sich auf uns nicht vorbereiten… Dementsprechend üben wir Techniken, die in einem sportlichen Vergleich nichts zu suchen haben.
Vielen Dank für das Interview, Sifu Stefan!
Der Lehrer von Sifu Stefan ist Sifu Lars Lipke aus Wülfrath. Informationen zu unseren Großmeistern finden Sie auf der Intenetseit unseres Dachverbandes.
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